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Verkehrsmittel in Kuba

Die Tatsache, dass das spanische Imperium Jahrhunderte zurück entschied, sein erstes Eisenbahnnetz in Kuba zu bauen, sollte uns nicht verwirren und glauben lassen, dass die Insel im Bereich Transport sehr entwickelt ist. Obwohl kürzlich Investitionen getätigt wurden, welche diesen Service (sowohl im innerstädtischen als auch Überland-Verkehr) sehr verbessert haben, lässt die Infrastruktur des Sektors noch viel zu wünschen übrig. Besucher, die wenig Geduld oder Abenteuergeist haben, sollten sich an die für Touristen vorgesehenen Optionen halten. Aber wer Tuchfühlung mit dem täglichen Leben in Kuba aufnehmen möchte, könnte einmal in solch ein öffentliches Verkehrsmittel einsteigen... vielleicht auch zweimal.

Ende der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts nutzten täglich circa 4,2 Millionen Menschen in Havanna die öffentlichen Verkehrsmittel. Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers und der Länder Osteuropas, verlor Kuba seine wichtigsten Zulieferer für Kraftstoffe und Ersatzteile, sodass diese Zahl im Jahr 2004 nur noch 426 000 Personen betrug. Die Straßen haben ebenfalls darunter gelitten, was sehr schade ist, da die Stadt über ein recht ausgedehntes Netz an öffentlichen Straßen verfügt, die lange Alleen und wichtige Zugänge zu städtischen Gebieten (wie z. B. die Landesautobahn, die Carretera Central und die Vía Blanca) einschließt. Ein Netz, dass sich seit der Kolonialzeit ständig erweitert.

Aufgrund dieser wirtschaftlichen Schwierigkeiten stützte sich der Stadtverkehr bis vor kurzem ausschließlich auf einen Fuhrpark sehr verschiedenartiger Busse, die meisten Gebrauchtfahrzeuge bzw. gespendet, u.a, von solchen Ländern wie Kanada, Holland und Spanien (Mitte der neunziger Jahre wurden 1500 in Holland aus dem Dienst genommene Busse Kuba gespendet; und ebenfalls kann man sehr oft die gelben Busse antreffen, die in Kanada für den Schülertransport verwendet werden). Aber wenn es ein Fahrzeug gegeben hat, dass zur Ikone der Krise in Kuba wurde, dann war das ohne Zweifel der "Camello" ("Kamel" - aufgrund seiner Form so benannt, da die zwei verschiedenen Ebenen den Höckern jenes Vierbeiners ähnelten), ein Gefährt, das in der Lage war, zweihundert Passagiere zu befördern - meistens sehr aneinandergepresst wie Sardinen - und zwar in riesigen abgenutzten Anhängerfahrzeugen.

Inzwischen gibt es diese einfachen (und bedrückenden) Fahrzeuge kaum noch im kubanischen Umfeld, zumindest in Havanna. Im Jahr 2005 haben die kubanischen Behörden ein Fünfjahresprogramm zur Wiederbelebung des Verkehrswesens in Kuba vorgelegt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden 285 Milionen Dollar in den Kauf von Omnibussen investiert und zusätzliche 9 Millionen wurden für den Kauf von Katamaranen und Booten aufgewendet. Der Kauf von 2 578 neuen Fahrzeugen und 258 gebrauchten wurde der Umstrukturierung des städtischen Nahverkehrs und anderer Modalitäten angepasst. Es gibt zurzeit zwei staatliche Unternehmen für den Stadtverkehr: Ómnibus Metropolitanos, mit einem Standardbus-Fuhrpark, welches die zweitrangigen Buslinien und die mit geringerer Verkehrsdichte bedient, und Metrobús, welches mit seinen Bussen Marke Yutong chinesischer Herkunft, Marke LIAZ, russisches Fabrikat, und Mercedes-Benz- Gebraucht-Gliederbussen die 17 Hauptlinien befährt. Diese sind mit "P" gekennzeichnet und ihre Haltestellen sind 800 bis 1000 Meter voneinander entfernt. Sie fahren in den Höchstverkehrs-zeiten durchschnittlich alle zehn Minuten und sind sehr billig (40 Centavos eines kubanischen Peso, das sind etwa 2 Cent eines Dollar).

Jedoch deckt dieser verbesserte Service nur 23% der Beförderungsbedürfnisse von Havanna ab, weshalb die überfüllten Busse und langen Warteschlangen an den Haltestellen nicht selten sind.

Ohne Zweifel sind die Taxis weiterhin eine viel praktischere Variante für die Touristen (und für viele Kubaner ebenfalls) und es ist gut, dass die Reisenden über die vorhandenen Taxi-Optionen Bescheid wissen. Am unkompliziertesten sind die der staatlichen Agenturen, die ihren Service in CUC (Konvertierbare Kubanische Peso) anbieten. Es handelt sich hierbei um moderne Fahrzeuge, die ihre Zugehörigkeit zu einer Agentur klar kennzeichnen (z.B. Panataxi und Cubataxi), nach Taximeter kassieren und wie jedes Taxi auf der Welt funktionieren (obwohl bestimmte Taxifahrer manchmal bereit sind, einen Festtarif für eine bestimmte Fahrstrecke auszuhandeln). Es ist so, dass manche Taxifahrer das Taximeter z. B. bei Fahrten zum Flughafen ausgeschaltet lassen und dann einen Standardpreis kassieren. Wenn Sie also bemerken, dass das Taximeter ausgeschaltet ist, fragen bzw. verhandeln Sie mit dem Fahrer vor Fahrtantritt. Man sollte diese Taxis nicht mit den gelb- und schwarzfarbigen staatlichen Lada-Taxis verwechseln, die ausschließlich für Kubaner vorgesehen sind (zumindest theoretisch). Eine weitere Möglichkeit für etwas ortskundigere Touristen bzw. die mit geringem Reisebudget oder die es mit einer ortstypischen Beförderungs-Alternative versuchen wollen, sind die sogenannten "Boteros". Diese Taxifahrer haben US-amerikanische Oldys oder russische Lada-Autos. Manchmal kündigen sie sich durch ein improvisiertes Schild an (manchmal nicht) und sie sind ebenfalls an dem staatlichen ovalen Aufkleber an der Windschutzscheibe erkenntlich (der auch fehlen oder abgenutzt und unlesbar sein kann). Diese Fahrzeuge fahren Festrouten, welche die wichtigsten Hauptstadtviertel miteinander verbinden (z.B. die Altstadt, El Vedado, Playa), nehmen im Durchschnitt 6 Personen mit und kassieren 10 kubanische Peso für eine Fahrt zwischen zwei Stadtvierteln, 20 Pesos für längere Fahrten. Ihnen ist es nicht gestattet, Ausländer zu befördern und die Taxifahrer gehen das Risiko auf verschiedene Art und Weise ein (oder sie behandeln die Touristen wie "normale Kunden", oder sie erwarten etwas mehr Geld, sie können aber auch eine hohe Summe verlangen, sogar die selbe Summe in CUC). Die "Boteros" können eine billige und äußerst nützliche Variante sein, aber die Reisenden müssen sich der Risiken bewusst sein: Den Taxifahrern können Geldstrafen auferlegt werden, wenn sie ihre Dienste Touristen anbieten und letztere müssen darauf gefasst sein, äußerst "zusammengequetscht" zu fahren (mit drei oder vier Personen einen Sitz zu teilen, der für nur zwei vorgesehen ist.)